Bücher
„Massage“ Müller-Rüschlikon
Nach Studieren der Pferde-Anatomie, nach Umsetzen der humanen Manuellen Therapie auf das Pferd, nach Besuchen im Schlachthaus, nach Begleitfahrten mit dem Tierarzt und dem Hufschmied, dem weiteren Studieren von Veterinärfachbüchern und dann mittlerweile dreijähriger praktischer Erfahrung in der Physiotherapie am Pferd, wachte ich eines morgens auf und wusste: ich schreibe ein Buch über die funktionelle Anatomie des Pferdes. Ich wollte meine gewonnenen Erkenntnisse mit den anderen Reitern teilen. Wie die muskulären Züge das Pferd balancieren, wie es sich in den Grundgangarten bewegt, wie es den Reiter trägt, welche Muskeln beim Reiten stark beansprucht werden. Und prompt hatte ich Glück, dass der Müller-Rüschlikon Verlag das eingesandte Script veröffentlichen wollte. Aber der Verlag wollte den Massage-Teil weiter ausgebaut haben. Außerdem sollte das Buch „Massage“ heißen und nicht „funktionelle Anatomie“. Im Jahr 2000 ist es dann erschienen.
Auf das kleine Büchlein hin sind Schüler zu mir gekommen, die Pferdephysiotherapie lernen wollten. Seitdem stelle ich mich den Fragen und Ansprüchen der Kursteilnehmer und versuche die Zusammenhänge des Pferdes immer tiefer zu verstehen und noch geschickter zu vermitteln.
„Manuelle Therapie der Pferdewirbelsäule“ Sonntag-Verlag
Mit der Lehrerin einer anderen Pferdephysiotherapie-Schule hatte ich ein Treffen bei ihrem Pferd um uns in der Therapie am Pferd auszutauschen. Dabei fiel mir auf, dass ein Wirbel im Widerrist ihres Pferdes beim Fressen unten blieb, während die anderen Widerristwirbel sich ihrer normalen Funktion entsprechend aufwölbten. „Oh“, sagte ich, „da haben wir ja schon ein Problem“. „Wieso“, entgegnete sie, „das ist doch ganz normal, dass da ein Wirbel unten bleibt und dass es zuckt, wenn man da drauf drückt.“ Du meine Güte, dachte ich, mit wie viel Unwissen wird in anderen Schulen unterrichtet? Aufgeregt rief ich meinen Freund Denis in Belgien an. Der sagte „schreib ein Buch“. So wurde das Manuelle-Buch geboren, indem ich der Fachwelt versuche, die Funktion der Pferdewirbelsäule näher zu bringen. Wenn man versteht wie der Pferderücken funktioniert, welche Kräfte das Rückgrat zusammen halten, dann versteht man auch, wie die Wirbelsäule aus der Balance kommen kann. So wird verständlich, welche einzigen Möglichkeiten es gibt, den Pferderücken wieder in Funktion zu bringen. Auch hier hatte ich Glück, dass der Sonntag-Verlag mir einen Vertrag gab. Jedoch stellte sich die Zusammenarbeit mit dem Lektorat als schwierig dar. Freie Entfaltung in Gestaltung und Text wurden eingeschränkt. Das Werk sollte dezent im Lehrbuch-Stil bleiben, nicht mehr als hundert Bilder durften rein. Insgesamt habe ich es sieben mal neu schreiben müssen, immer sind Kapitel umgestellt worden, einige Kapitel flogen raus, andere musste ich neu schreiben. Das hat insgesamt drei Jahre gedauert. Noch vier Wochen vor Druck sagte der Verlag, alle Fotos müssen raus, die seien von der Qualität zu schlecht. So habe ich die nächsten vier Wochen mit der Kamera überall wo es nach Pferd aussah drauf gehalten und 1800 Bilder geschossen, wovon so an die 80 ins Buch kamen.
Letztendlich aber wurde das Manuelle-Buch ein Erfolg, ich bekam viel positive Resonanz und es wurde gut bewertet. Kollegen bekamen nun einen anderen Blickwinkel auf die Wirbelsäule des Pferdes.
„Illusion Pferdeosteopathie“ WuWeiVerlag
Nach nunmehr 15 Jahren therapeutischer Arbeit am Pferd, nach 10 Jahren erteilen von Unterricht, halten von Vorträgen und Verfassen von Artikeln stellte ich fest, dass ich eigentlich überall nur Illusionen zerstöre. Dem Besitzer, der glaubt sein Pferd sei mit einem Griff wieder hergestellt, dem Ausbildungs-Schüler, der glaubt, allen Pferden helfen zu können, und dem Kursteilnehmer, der glaubt gezielte komplizierte Griffe zu erlernen, mit denen man jedes Rückenproblem mit einem mal lösen könnte. Mittlerweile klafft eine riesige Lücke zwischen den Pferdebesitzern und mir, zwischen den Kolleginnen aus anderen Schuleinrichtungen und mir. Die Presse nimmt wahr, dass es viele Differenzen zwischen den Therapieangeboten am Pferd gibt. Die Tierärzte nehmen mit Sorge wahr, wie Pferde von Pferdetherapeuten behandelt werden, dessen Methoden diese nicht verstehen und auch nicht verstehen können, da vieles einfach frei erfunden ist. Die Pferde leiden weiter, weil man nicht verstehen will, wo die wahre Ursache liegt. Ich ärgerte mich über die Mühsal der Therapie, die sinnlos ist, wenn die schädlichen Faktoren weiterhin auf das Pferd einwirken. Ich hatte das Gefühl, ich stehe hinter einer Glasscheibe, rufe dem Besitzer zu, aber der hört mich nicht. Meine Schüler gingen nach der Ausbildung motiviert in die Stallgassen, und stellten bald fest, dass das Pferd einfach zu behandeln sei, der Besitzer jedoch dazwischen steht. Frustration macht sich breit, wenn stattdessen Therapeuten mit kurzen fragwürdigen manchmal brutalen Therapiegriffen bevorzugt werden.
Unterhält man sich in Fachkreisen mit den Tierärzten und den Hufschmieden, dann muss man hören, dass diese Berufsgruppen unter dem pseudomündigen Halbwissen noch mehr leiden, als wir Pferdephysios, weil diese existentiell auf das Wohlwollen der Pferdebesitzer angewiesen sind.
Ich selbst wollte aufhören, weder Pferde behandeln, noch Unterricht geben. Sollten die doch selbst sehen, wie sie unwissend ihre Pferde zu Tode reiten, halten, füttern oder therapieren.
Aber ein Buch schreibe ich noch, indem ich mal ordentlich meine Meinung sage und klar stelle, was nicht angehen kann und welche Wege einzig richtig sind. Auch diesmal hatte ich großes Glück, dass der WuWeiVerlag dieses Buchprojekt unterstützte. Hier konnte ich mich in Wort und Bild frei entfalten. Diesmal ist das Buch genau so gelungen, wie ich es mir vorgestellt habe. Das ist besonders durch die Zusammenarbeit mit einem tollen Team gelungen.



